{"id":11546,"date":"2024-02-05T21:57:13","date_gmt":"2024-02-05T20:57:13","guid":{"rendered":"https:\/\/hoegy.de\/homepage\/?p=11546"},"modified":"2024-02-09T21:32:59","modified_gmt":"2024-02-09T20:32:59","slug":"exkursion-zur-kz-gedenkstaette-dachau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoegy.de\/homepage\/exkursion-zur-kz-gedenkstaette-dachau\/","title":{"rendered":"Exkursion zur KZ-Gedenkst\u00e4tte Dachau"},"content":{"rendered":"<section class=\"l-section wpb_row height_small\"><div class=\"l-section-h i-cf\"><div class=\"g-cols vc_row via_flex valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"vc_col-sm-6 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p><strong>Exkursion zur KZ-Gedenkst\u00e4tte Dachau<\/strong><\/p>\n<p>Exkursionen im Geschichtsunterricht k\u00f6nnen zu sch\u00f6nen, aufregenden Orten vergangener Tage f\u00fchren. Doch auch die Besch\u00e4ftigung mit den Schattenseiten der Geschichte ist nicht wegzudenken, mahnt sie uns doch vor den Fehlern unserer Vorfahren und lehrt, sie nicht zu wiederholen.<\/p>\n<p>Am Tag des 11. Januar begab sich die neunte Klassenstufe des H\u00f6Gy in die Gedenkst\u00e4tte des Konzentrationslagers Dachau. Die Wetterbedingungen des Tages verst\u00e4rkten die bedr\u00fcckende Atmosph\u00e4re im Schatten der Gr\u00e4ueltaten der Nationalsozialisten umso mehr. Kalter Nebel lag in der Luft, Neuschnee bedeckte den Boden. Die Gef\u00fchle waren befremdlich als wir durch das bedrohlich wirkende Eingangstor mit der Inschrift &#8220;Arbeit macht frei&#8221; gingen. Von dort aus gelangt man auf den gro\u00dfen Appellplatz. Rechts davon befindet sich das von den Nazis als Wirtschaftsgeb\u00e4ude bezeichnete Geb\u00e4ude zur Verwaltung und Versorgung der m\u00f6rderischen Anlage. Links waren zwei nachgebaute H\u00e4ftlingsbaracken zu sehen, dahinter die Fundamente unz\u00e4hliger nicht mehr erhaltener Baracken. Getrennt werden die beiden Reihen der befremdlichen Holzh\u00fctten von einer augenscheinlich unendlichen Allee. Es ist kaum zu begreifen, wie Menschen so organisiert und in derartigen Dimensionen andere Menschengruppen qu\u00e4len und teils schlie\u00dflich sterben lassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Kozentrationslager Dachau wurde am 22. M\u00e4rz 1933, nur wenige Wochen nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, als Arbeitslager f\u00fcr die Produktion von Kriegsg\u00fctern gegr\u00fcndet. Damit war es eines der ersten seiner Art und diente als Vorlage f\u00fcr Nachfolgende. Die ersten Inhaftierten waren politische Regimegegner wie Kommunisten oder Sozialdemokraten. Mit der Zeit wurden auch andere (zumeist ethnische oder religi\u00f6se) Personengruppen gefangengenommen, wie Sinti und Roma, Juden, Zeugen Jehovas, &#8220;Assoziale&#8221;, homosexuelle M\u00e4nner und Wiederholungsstraft\u00e4ter. Am Ende des Krieges verdoppelte sich teilweise die Anzahl der Gefangenen an einem einzigen Tag. Ende April 1945 wurde das KZ Dachau mit seinen Au\u00dfenlagern von den alliierten Truppen befreit. Bis dahin war es 12 Jahre durchgehend in Betrieb. Danach nutzten die US-amerikanischen Besatzer den Gef\u00e4ngnistrakt zu ihren eigenen Zwecken. Sp\u00e4ter wurden die alten Baracken von deutschen Fl\u00fcchtlingen nach den Grenzverschiebungen nach dem Zweiten Weltkrieg als Unterkunft genutzt, da es zu wenig Wohnraum gab. Als daraus eine Gedenkst\u00e4tte werden sollte und die Baracken in ihrer Gestalt nichts mehr mit dem Geschehen zwischen 1933 und 1945 zu tun hatten, wurden sie abgerissen und nur zwei davon auf den Wunsch ehemaliger Gefangener rekonstruiert. Sie basieren auf Fotografien und Erinnerungen der einstigen Insassen. Die Grundrisse der anderen Baracken sind durch ihre eingangs genannten Fundamente gekennzeichnet.<\/p>\n<p>Die Baracken 1-32 wurden von den H\u00e4ftlingen bewohnt, unter ihnen befanden sich auch Baracken f\u00fcr medizinische Versuche. Die Wohnbaracken bestanden jeweils aus zwei Waschanlagen, zwei Toiletten und vier \u201eStuben&#8221;. Diese hatten einen Wohn- und Schlafraum. Am Ende des Krieges mussten sich 1600 Gefangene statt den vorgesehenen 205, eine Baracke teilen. Mit der Bezeichnung &#8220;Baracke X&#8221; wurde das Krematorium getarnt, in welchem Verstorbene verbannt wurden. Experimentell wurden hier auch der Gaskammer Menschen gezielt get\u00f6tet. Diese diente als Testexemplar f\u00fcr sp\u00e4ter entstehende Vernichtungslager wie z.B. Auschwitz-Birkenau. Im sog. Wirtschaftsgeb\u00e4ude wurden K\u00fcche, Duschen und W\u00e4scherei aber auch der Schubraum, in welchem neu ankommende H\u00e4ftlinge registriert und einer entw\u00fcrdigenden Aufnahmeprozedur unterzogen wurden, und der Gef\u00e4ngnisblock untergebracht.<\/p>\n<p>Ein bekannter Inhaftierte in Dachau war Georg Elser. Er f\u00fchrte den Bombenattentat am 8. November 1939 im M\u00fcnchener B\u00fcrgerbr\u00e4ukeller gegen Adolf Hitler und Andere Mitglieder der nationalsozialistischen F\u00fchrungsspitze aus. Dieser scheiterte jedoch, weil Hitler das Geb\u00e4ude unerwartet um 13 Minuten fr\u00fcher verlie\u00df, noch bevor die Bombe explodierte. Er wurde in Konstanz am gleichen Tag festgenommen. Nach den Untersuchungen war er zuerst ein Sondergefangener im KZ Sachsenhausen und anschlie\u00dfend im KZ Dachau. F\u00fcr diese galten besondere Schutz- und Abschirmungsbestimmungen vor anderen\u00a0 H\u00e4ftlingen, um gro\u00dfe Aufst\u00e4nde zu vermeiden. In Dachau lebte er in einer Zelle, welche so gro\u00df war wie drei. Diese bekam er zugeteilt, um selbst ranghohen Nationalsozialisten eine Rekonstruktion der Bombe des Attentats zu bauen. Diese konnten es schlicht nicht glauben, dass er allein im Stande dazu war. Doch er war es. Er wurde am 9. April, 20 Tage vor der Befreiung des Lagers erschossen.<\/p>\n<p>Die Nationalsozialisten betrieben um das Lager viel Propaganda, um der Au\u00dfenwelt das brutale Geschehen in der Anlage zu verheimlichen. Auch den &#8220;Kr\u00e4utergarten&#8221; nutzen sie f\u00fcr diese Zwecke. In diesem mussten die H\u00e4ftlinge unter m\u00f6rderischen Bedingungen Arbeit leisten und Gem\u00fcse und Kr\u00e4uter anbauen, welche auch an die Bev\u00f6lkerung in Dachau verkauft wurden. Durch Propagandaplakate wurde dieser Garten f\u00e4lschlicherweise als idyllisch verkauft. Am Eingangstor in das KZ befand sich, deutlich auch nach au\u00dfen sichtbar die Inschrift &#8220;Arbeit macht frei&#8221;. Bemerkenswert ist dies, da somit nur die in Freiheit lebenden ihn sehen konnten. Unter Anderem dadurch wurde der Bev\u00f6lkerung das Bild vermittelt, dass die Insassen zurecht Arbeit ableisteten, weil sie Straft\u00e4ter seien. Jedoch schien ihnen eine Freilassung zu nahen, was nicht der Fall war. Auch auf Plakaten wurden die Insassen als gef\u00e4hrlich dargestellt, indem sie besonders brutal und ungepflegt dargestellt wurden. Die Bev\u00f6lkerung sollte denken, dass der Staat sie vor diesen sch\u00fctzt. Als Propaganda wurden auch Bilder genutzt, auf welchen die Gefangenen scheinbar gl\u00fccklich auf dem Fu\u00dfballplatz spielten. Zeitzeugen berichten jedoch h\u00e4ufig, dass das Fu\u00dfballspielen im Anschluss nach der kr\u00e4ftezehrenden Arbeit f\u00fcr sie eine Qual war.<\/p>\n<p>Der Spruch &#8220;Lieber Gott, mach mich stumm, damit ich nicht nach Dachau kumm&#8221; war in der Bev\u00f6lkerung des Umlandes sehr verbreitet, dieser zeigt allerdings, dass die Propaganda nicht alles verheimlichen konnte und dennoch Informationen von niemals wiederkehrenden H\u00e4ftlingen an die \u00d6ffentlichkeit gelangten.<\/p>\n<p>In dem Austausch in der folgenden Geschichtsstunde, kamen wir nach allem was wir sahen zum einheitlichen Schluss:<\/p>\n<p>Wir tragen zwar keine Schuld, aber wir tragen die Verantwortung, dass so etwas nicht wieder passiert!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Rebekka Tr\u00f6ster 9D<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"vc_col-sm-6 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"w-slider style_none fit_scaledown nav_dots count_4\"><div class=\"w-slider-h\" aria-hidden=\"true\"><div class=\"royalSlider\"><div class=\"rsContent\"><a class=\"rsImg\" data-rsw=\"768\" data-rsh=\"1024\" data-rsBigImg=\"https:\/\/hoegy.de\/homepage\/hgy-media\/IMG-20240201-WA0008.jpg\" href=\"https:\/\/hoegy.de\/homepage\/hgy-media\/IMG-20240201-WA0008-768x1024.jpg\"><span data-alt=\"\"><\/span><\/a><\/div><div class=\"rsContent\"><a class=\"rsImg\" data-rsw=\"768\" data-rsh=\"1024\" data-rsBigImg=\"https:\/\/hoegy.de\/homepage\/hgy-media\/IMG-20240201-WA0009.jpg\" href=\"https:\/\/hoegy.de\/homepage\/hgy-media\/IMG-20240201-WA0009-768x1024.jpg\"><span data-alt=\"\"><\/span><\/a><\/div><div class=\"rsContent\"><a class=\"rsImg\" data-rsw=\"768\" data-rsh=\"1024\" data-rsBigImg=\"https:\/\/hoegy.de\/homepage\/hgy-media\/IMG-20240201-WA0004.jpg\" href=\"https:\/\/hoegy.de\/homepage\/hgy-media\/IMG-20240201-WA0004.jpg\"><span data-alt=\"\"><\/span><\/a><\/div><div class=\"rsContent\"><a class=\"rsImg\" data-rsw=\"768\" data-rsh=\"1024\" data-rsBigImg=\"https:\/\/hoegy.de\/homepage\/hgy-media\/IMG-20240201-WA0010.jpg\" href=\"https:\/\/hoegy.de\/homepage\/hgy-media\/IMG-20240201-WA0010-768x1024.jpg\"><span data-alt=\"\"><\/span><\/a><\/div><\/div><img decoding=\"async\" data-src=\"https:\/\/hoegy.de\/homepage\/hgy-media\/IMG-20240201-WA0008-768x1024.jpg\" width=\"768\" height=\"1024\" alt src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" class=\"lazyload\" style=\"--smush-placeholder-width: 768px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 768\/1024;\"><\/div><div class=\"w-slider-json\" onclick='return {&quot;autoScaleSlider&quot;:true,&quot;addActiveClass&quot;:true,&quot;loop&quot;:true,&quot;fadeInLoadedSlide&quot;:false,&quot;slidesSpacing&quot;:0,&quot;imageScalePadding&quot;:0,&quot;numImagesToPreload&quot;:2,&quot;arrowsNav&quot;:true,&quot;arrowsNavAutoHide&quot;:false,&quot;transitionType&quot;:&quot;move&quot;,&quot;transitionSpeed&quot;:250,&quot;block&quot;:{&quot;moveEffect&quot;:&quot;none&quot;,&quot;speed&quot;:300},&quot;thumbs&quot;:{&quot;fitInViewport&quot;:false,&quot;firstMargin&quot;:false,&quot;spacing&quot;:4},&quot;controlNavigation&quot;:&quot;bullets&quot;,&quot;fullscreen&quot;:{&quot;enabled&quot;:true},&quot;autoScaleSliderWidth&quot;:768,&quot;autoScaleSliderHeight&quot;:1024}'><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Exkursion zur KZ-Gedenkst\u00e4tte Dachau Exkursionen im Geschichtsunterricht k\u00f6nnen zu sch\u00f6nen, aufregenden Orten vergangener Tage f\u00fchren. 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