{"id":8246,"date":"2022-07-13T15:03:45","date_gmt":"2022-07-13T13:03:45","guid":{"rendered":"https:\/\/hoegy.de\/homepage\/?p=8246"},"modified":"2022-09-06T22:17:42","modified_gmt":"2022-09-06T20:17:42","slug":"bericht-ueber-die-exkursion-nach-dachau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hoegy.de\/homepage\/bericht-ueber-die-exkursion-nach-dachau\/","title":{"rendered":"Bericht \u00fcber die Exkursion nach Dachau"},"content":{"rendered":"<section class=\"l-section wpb_row height_small\"><div class=\"l-section-h i-cf\"><div class=\"g-cols vc_row via_flex valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"vc_col-sm-12 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p>Am Mittwoch, den 6.4.22 fuhren alle neunten Klassen mit dem Bus nach Dachau. Dort angekommen wurden wir klassenweise in Gruppen eingeteilt. Zuerst wiederholte der Guide unserer Klasse mit uns die deutsche Geschichte des Nationalsozialismus. Anschlie\u00dfend verschaffte er uns zun\u00e4chst einen \u00dcberblick \u00fcber das Gel\u00e4nde des KZ Dachaus. Er erz\u00e4hlte uns einiges \u00fcber die Entstehung und Entwicklung Dachaus:<\/p>\n<ul>\n<li>1933 wurden erstmals H\u00e4ftlinge in Dachau aufgenommen.<\/li>\n<li>1935 und 1937 wurde das Lager ausgebaut, um mehr politische Gegner der NS-Diktatur aufnehmen zu k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Ab November 1938 wurden haupts\u00e4chlich Juden dorthin deportiert.<\/li>\n<li>Mit Kriegsbeginn wurden die Bedingungen der H\u00e4ftlinge immer h\u00e4rter und das KZ mutierte zum Vernichtungslager (\u201eTod durch Arbeit\u201c).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Als n\u00e4chstes berichtete unser Guide uns \u00fcber Herrn Koberwitz, der 1940 ins KZ Dachau kam. Er verfasste heimlich auf \u00fcber 1.300 Seiten die Geschichte seiner Haft bis November 1941 und auf weiteren 560 Seiten schrieb er ein geheimes Tagebuch. Dies war strengstens verboten und somit lebensgef\u00e4hrlich f\u00fcr Herrn Koberwitz. Im Oktober 1944 versteckte er das umfangreiche Material im Boden des Materiallagers der Fabrik. Dabei halfen ihm auch andere H\u00e4ftlinge. Der Guide erl\u00e4uterte uns die Bedeutung des Berichts von Koberwitz f\u00fcr die heutige Erforschung der Haftbedingungen in Dachau.<\/p>\n<p>Bei der Besichtigung eines \u201eBunkers\u201c (Gef\u00e4ngnis f\u00fcr H\u00e4ftlinge) konnten wir einen Eindruck davon gewinnen, wie eng und dunkel es dort zuging. Der Guide erz\u00e4hlte uns \u00fcber die Bestrafungen der H\u00e4ftlinge und f\u00fchrte uns anschlie\u00dfend zum gro\u00dfen Appellplatz. Von dort aus hatten wir einen guten \u00dcberblick \u00fcber die ehemaligen Verwaltungsgeb\u00e4ude und die H\u00e4ftlingsbaracken, wo sich unsere F\u00fchrung fortsetze.<\/p>\n<p>Die Baracken, welche wir uns von innen anschauen durften, waren fr\u00fcher voll besetzt. Bis zu 400 Menschen auf engstem Raum. Ebenfalls waren alte Toiletten, sowie Schlafr\u00e4ume zum Besichtigen ausgestellt. Privatsph\u00e4re gab es hier nicht mehr.<\/p>\n<p>Nach dem Krieg wurden die Baracken als Unterkunft f\u00fcr die vielen Fl\u00fcchtlinge benutzt.<\/p>\n<p>Bevor es dann zu den Gaskammern weiterging berichtete unser Guide von den verschiedenen Fluchtversuchen der H\u00e4ftlinge und deren dramatischem Ende. Au\u00dferdem berichtete er von Versuchen schwangerer Frauen, ihre Kinder zu verstecken und sie vor der Gewalt der Nationalsozialisten zu sch\u00fctzen. Eigentlich unm\u00f6glich, aber gegen Ende des Krieges ist es einigen wenigen schwangeren Frauen gelungen, ihre Babys vor dem Tod zu retten.<\/p>\n<p>Angekommen bei den Vernichtungskammern kl\u00e4rte unser Guide und \u00fcber die Massengr\u00e4ber und den Transport der H\u00e4ftlinge auf. Freiwillig konnte man danach durch die Gaskammern durchgehen. In den engen R\u00e4umen hingen Bilder auf denen man sehen konnte, wie die Ermordung und die Leichenberge sehen.<\/p>\n<p>Zum Ende der F\u00fchrung wollte uns der Guide noch aufmuntern und erz\u00e4hlte uns von dem erfolgreichen \u00a0Ausbnruch \u00a0Hans Beimlers aus dem KZ\u00a0 Dachau. Mit Hilfe eines kleinen Schraubenziehers konnte er durch ein Fenster \u00a0ins Freie gelangen. Wieder in Freiheit halfen ihm Freunde.<\/p>\n<p>Nach dem Ende der F\u00fchrung, hatten wir noch eine Stunde Zeit, um in der Kantine essen zu gehen bzw. das Museum auf dem Gel\u00e4nde zu besichtigen.<\/p>\n<p>Mit der R\u00fcckfahrt gegen 14.30 Uhr endete unser Besuch in Dachau. Gedanklich besch\u00e4ftigte das KZ aber viele von uns noch l\u00e4nger:<\/p>\n<ul>\n<li>\u201eDie Geschichten aus dem KZ haben mich beeindruckt und gleichzeitig war ich betr\u00fcbt, als ich gesehen habe, unter welchen Umst\u00e4nden die Menschen dort leben mussten.\u201c<\/li>\n<li>\u201eIch fand das KZ-Lager war sehr bedr\u00fcckend und die Vorstellung, dass so viele Menschen auf so wenig Raum lebten, war nahezu unvorstellbar.\u201c<\/li>\n<li>\u201eIch fand den Ausflug nach Dachau mit der Schule sehr sinnvoll. Es war unglaublich eindrucksvoll, da es etwas komplett anderes ist, vor Ort zu sein, als nur Bilder oder Videos zu sehen.\u201c<\/li>\n<li>\u201eWenn man sich vorstellt, dass dort, wo man geradesteht, fr\u00fcher Menschen umgebracht und gequ\u00e4lt wurden, dann ist das sehr bedr\u00fcckend. Aber es ist auch gut, das mal zu f\u00fchlen.\u201c<\/li>\n<li>\u201eEs war sehr spannend, da man sich die Geschehnisse von damals so noch viel intensiver und besser vorstellen konnte.\u201c<\/li>\n<li>\u201eUnser Guide erkl\u00e4rte sehr anschaulich. Es war beeindruckend, dass er uns so viele Fakten genau nennen konnte.\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Mittwoch, den 6.4.22 fuhren alle neunten Klassen mit dem Bus nach Dachau. Dort angekommen wurden wir klassenweise in Gruppen eingeteilt. Zuerst wiederholte der Guide unserer Klasse mit uns die deutsche Geschichte des Nationalsozialismus. 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