Reli-Kurse der KS1 auf der „Alternativen Stadtführung“ in Stuttgart unterwegs

Am 14. Juli 2025 unternahmen wir, die beiden evangelischen Religionskurse der Kursstufe 1, gemeinsam mit unseren Lehrerinnen Frau Frank und Frau Veit eine Exkursion nach Stuttgart um an einer alternativen Stadtführung, geführt von der Trottwar Organisation teilzunehmen. Im Unterricht hatten wir uns bereits mit dem Thema „Welt und Verantwortung“ auseinandergesetzt, und so waren wir gespannt darauf, wie diese Inhalte durch reale Eindrücke vertieft werden würden.

Um 09:00 Uhr trafen wir unsere Stadtführerin Frau Walter an der U-Bahn-Station Charlottenplatz. Von dort aus begaben wir uns auf einen Spaziergang durch Stuttgart – allerdings abseits der üblichen Sehenswürdigkeiten. Der Fokus der Führung lag auf Orten, die im Alltag oft übersehen werden, für obdachlose Menschen in Stuttgart jedoch große Bedeutung haben: Schlafplätze, Hilfsangebote, Aufenthaltsorte.

Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich der Umgang der Stadt mit wohnungslosen Menschen ist. Einerseits gibt es verschiedene Unterstützungsangebote wie Essensausgaben, Duschmöglichkeiten oder Beratungsstellen, andererseits versucht man an manchen Stellen gezielt, Obdachlose fernzuhalten – etwa durch das Abspielen klassischer Musik am Hauptbahnhof, um längere Aufenthalte zu verhindern.

Frau Walter erklärte uns, wo man für wenig Geld eine warme Mahlzeit bekommt, duschen kann oder medizinische Hilfe erhält. Sie zeigte uns unter anderem das Rotlichtviertel sowie einen Spielplatz, der als Treffpunkt für viele drogenabhängige Menschen gilt.

Die Führung wurde von Frau Walter eher sachlich und informierend gestaltet. Zwar hätten wir uns an einigen Stellen mehr persönliche Einblicke oder Erfahrungen gewünscht – dennoch war es beeindruckend zu sehen, wie individuell jede Tour verläuft, da die Führenden selbst von Wohnungslosigkeit betroffen waren und die Inhalte daher aus eigener Perspektive zusammenstellen. Sie erzählte uns am Ende, dass sie in der Zeit als sie obdachlos war, niemandem davon erzählt hat. Dementsprechend verstanden wir auch, warum sie die meisten persönlichen Details ausließ.

Insgesamt empfanden wir die  Stadtführung als lehrreich und eindrucksvoll, wir würden immer wieder an ihr teilnehmen. Sie hat uns geholfen, unseren Blick auf die Situationen Wohnungsloser zu verändern und sensibler und aufmerksamer zu sein.

Theres Pfann und Luna Kubin (KS1)