HöGy-Sommerkonzert: Musikalisch über die sieben Weltmeere

Kurz vor den wohl verdienten Sommerferien gehören Sonne und Meer zu den typischen Sehnsuchtsvorstellungen. Diese Sehnsüchte bediente das diesjährige Sommerkonzert musikalisch auf ganz spezielle Weise. Gemäß dem Motto „Accross the Seven Seas“ ging es gleich an viele Orte: musikalische Ressorts auf der ganzen Welt – und das in zwei Stunden in einem Mix aus Stilen und Gattungen unterschiedlicher Epochen!

Diese anspruchsvolle Aufgabe meisterte das HöGy-Sinfonieorchester unter der Leitung von Florian Eisentraut wieder einmal mit Bravour. Passend begann die Reise mit einer Ouvertüre – und wo Meere sind, dürfen Piraten nicht fehlen! Bei Arthur Sullivans variantenreichen „The Pirates of Penzance“ präsentierte sich das ganze Orchester auf der voll besetzten Bühne mit vielfältigen Blas-, Streich- und Schlaginstrumenten.

Dann ein stilistischer Kontrast: Zeitlos und eher über den Wellen schwebte das einfühlsame und lyrische Adagio aus Max Bruchs berühmten Violinkonzert Nr. 1 in g-Moll. Dabei verzauberte die Abiturientin Frieda Rebmann virtuos als Solistin den voll besetzten Festsaal der Rudolf-Steiner-Schule.

Kaum ein Land kann mit einer so großen Seefahrertradition aufwarten wie Großbritannien. Und so führten folgerichtig die „Sea Songs“ von Ralph Vaughen Williams und Henry Woods „Fantasia on Britisch Sea Songs“ musikalisch kreuz und quer über die Meere – vom Aufbruch bis zur sicheren Heimkehr. Dabei weckten die jungen Musikerinnen und Musiker mit „See the Conquering Hero Comes”, einer Melodie von Georg Friedrich Händel, geradezu Weihnachtsassoziationen. Das hierzulande unter dem Titel „Tochter Zion“ bekannte Stück bot neben seinen klanglichen Reizen zugleich wohltuende weihnachtlich-kühle Assoziation an diesem heißen Juliabend. Kontrastiv und marschartig ging es mit „Rule Britannia“, der inoffiziellen Hymne Großbritanniens, in die Pause. Nach unterschiedlichen Stücken und Stilen ein vorübergehend gezähmtes Meer: „Rule the waves“.

Danach wieder Piraten zwischen aufgewühlten Wellen, Wind und geblähten Segeln, diesmal in ganz anderer musikalischer Gestalt: Das Orchester zauberte Klänge aus der Ouvertüre von Vincenco Bellini in den Saal, wobei sich die Tempi lautstark und eindrücklich steigerten.

Dann gerieten die Schiffe mit dem Medley aus Alan Menkens „The Little Mermaid“ unter dem Einfluss von Disneys „Arielle“ in ruhigeres, friedlicheres und geradezu kindergerechtes Fahrwasser. Und die fröhlichen Klänge im Dreivierteltakt ließen ahnen, dass ein Happy End bevorsteht.

Was darf als Klassiker und längst etablierter „Ohrwurm“ bei Meer, Musik und Film nicht fehlen? Selbstredend der „Fluch der Karibik“! Und so tauchten zum Abschluss einmal mehr die Piraten auf: „Pirates of the Caribbean“. Die „Black Pearl“ und ihr Kapitän Jack Sparrow ließen mit dem Evergreen grüßen.

Als Zugabe ging es zur Abwechslung mit dem U-Boot unter Wasser – auch musikalisch zwischen Beengtheit und Hoffnung. Mit dem berühmten Soundtrack von Klaus Doldinger zum Filmklassiker „Das Boot“ aus den 80ern zeigte das Orchester sein großes und vielseitiges Repertoire von Stilen und Stimmungen und beschloss einen rundum gelungenen Abend.

Peter Witzmann

Bilder: (c) Ellen Brüx